5. Sonntag vor der Fastenzeit

3.02.2019

Breslau, St. Christophori-Kirche, 10:00 Uhr, Abendmahlsgottesdienst und Gemeindeversammlung

EG – Evangelisches Gesangbuch
GG – Gemeinde-Gebetbuch

Ordinarium GG Zyklus C

Eingangslied EG 162 Gott Lob, der Sonntag kommt herbei
Predigtlied EG 246 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ
Nach Predigt Orgelmeditation
Lied (Beichte) EG 232  Allein zu dir, Herr Jesu Christ
Schlusslied EG 163 Unsern Ausgang segne Gott

Hymne GG Ich bete an die Macht der Liebe

Zelebrant:
Pfr. Andrzej Fober, Propst

Orgel:
Tomasz Kmita-Skarsgård, Musikdirektor u. Organist


1 Kor 1,4-9

Liebe Gemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder!

Dank für reiche Gaben Gottes, so heisst die Überschrift in der Bibel, die ich jetzt in meiner Hand habe. Ein sehr schönes Buch. Ich habe mich entschieden von nun an diese Bibel für die Vorbereitung der Predigt und im Gottesdienst zu benutzen. Warum? Weil diese Bibel beinhaltet den neusten, revidierten Text, der übereinstimmt mit dem neuen Lektionar, das wir vor kurzem bekommen haben. Diese Bibel habe ich im Jahr 2017 von der Gemeinde Troisdorf bei Bonn bekommen. Diese Gemeinde hatte uns 2013 die kleine Orgel geschenkt und hat erfahren, dass wir uns mit den Fenstern beschäftigen. So bekam ich diese Bibel mit den Bildern der Farbfenster, entworfen von Marc Chagall, die in verscheiden Kirchen in Europa zu finden sind, die meisten aber in der Pfarrkirche St. Stephan in Mainz. Dank für reiche Gaben Gottes. Es ist eine schöne Erinnerung wenn ich an die Gemeinde in Troisdorf denke, ich hoffe Sie teilen es mit mir. Die Orgel und die Bibel aus dieser Gemeinde begleiten uns und werden uns weiterhin begleiten, in jedem Gottesdienst. Die Gemeinde dort, bei Bonn, ist wie unsere, eine Gemeinde die  aus Menschen besteht. Sie wissen von uns, wir wissen von ihnen, ganz sicher beten sie für uns so wie wir in jedem Gottesdienst für sie beten. Auch heute werden wir das tun, wir haben heute auch schon Vieles genau so gemacht wie dort: wir haben die gleichen Bibeltexte gelesen, das Glaubensbekenntnis gesprochen und der Pfarrer, oder eine Pfarrerin predigt fast um die gleiche Zeit über den gleichen Predigttext. So baut sich, so entsteht und funktioniert eine Gemeinschaft der Heiligen. Eine Gemeinschaft von Menschen die das Wort Gottes hören und sich bemühen nach dem Wort zu leben. Der Apostel Paulus dachte, wenn er an die Gemeinde in Korinths dachte,  immer mit Dankbarkeit an sie. Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus JesusBitte denken Sie nicht, dass die Gemeinde in Korinth ideal war. Der nächste Abschnitt in dem Kapitel heißt, ausgerechnet: Spaltungen in der Gemeinde. Darüber werden wir aber heute in der Predigt nichts sagen. Gottes Gnade ist viel wichtiger und stärker als, das was wir manchmal falsch machen. Ich darf Ihnen sagen, heute, in der Predigt zur Gemeindeversammlung, dass ich genau wie Paulus Gott allezeit euretwegen danke, für seine Gnade die er uns, Euch gegeben hat durch Jesus Christus. Durch Jesus, so meint Paulus, sind wir alle in allen Stücken reich geworden durch sein Wort. Der Apostel Paulus sagt diese Worte nicht weil er irgendein theologisches Buch oder Traktat gelesen hat. Nein, er hatte es erfahren. Er hatte es hautnah erfahren wie stark das Wort Jesu sein kann. Lange Jahre war er ganz sicher, dass alles, was er machte, gut ist. Er warf Menschen ins Gefängnis und meinte damit Gott zu gefallen. Bis eines Tages Jesus auf seinem Weg stand und ihn fragte: Was machst Du? Du kannst mit den Menschen kämpfen aber nicht mit mir. Nicht mit meinem Wort. Mein Wort  kann Menschen stark machen. Das Leben von Paulus wurde total geändert. Von nun an konnte er nichts mehr predigen als das Wort von dem, den er Verfolgte. Lange Jahre waren die Worte Jesu für Paulus eine Torheit, Unsinn. Jetzt predigt er: Gott ist treu. Gott wird Euch nicht vergessen. Es ist nicht so, dass Gott etwas spricht und dann einfach weitergeht. Nein, er spricht das Wort und das Wort wird Früchte bringen, wie in der Schöpfungsgeschichte. Gott macht uns fest durch das Wort, durch das Wort der Predigt. Es mag sein, dass Ihnen nicht immer gefällt oder passt, was ich predige. Das dürfen Sie ruhig vergessen und ich werde nicht böse wenn Sie während der Predigt ein kurzes Schläfchen machen. Ein kurzes Schläfchen in der Kirche ist immer noch besser als mit dem iPhone zu spielen. Aber wenn die Predigt schwach ist, bitte vergessen Sie nicht den Predigttext. Sie dürfen das Wort selber betrachten und Ihre eigenen Gedanken daraus ziehen. So soll es eigentlich sein, die Predigt in der Kirche soll auch eine Ermutigung oder eine Inspiration sein, die Bibel selbst zu lesen und so sich wesentlich  zu erbauen. Schauen Sie sich um in Ihren Häusern oder Wohnungen, vielleicht liegt irgendwo eine schöne Bibel, vielleicht auch mit Bilder, die wir irgendwie vergessen haben zu lesen. In allen Stücken sind wir durch das Wort der Predigt, in unserem ganzen Leben, reich geworden. Spüren wir diesen Reichtum? Paulus meint auch, dass wir alles haben, was wir als Gemeinde brauchen. Es mangelt uns am nichts. In der Verwaltung von den Gaben Gottes wird Gott selbst uns festmachen wollen. Auch hier nicht nur für eine kurze Zeit, sondern bis Jesus wiederkommt. 752 Jahre wird in dieser Kirche gepredigt, 61 Jahre darf hier wieder die Predigt auf Deutsch erschallen, die Kirche ist unser Glanzlicht, wir haben nicht nur die Bibel mit den Farbfenstern, sondern wir haben selber wunderschöne Farbfenster. Wir haben auch Euch, unsere Gemeinde, unser Gemeindemitglieder und hunderte Freunde in der ganzen Welt. Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen!

Amen!

Pfr. Andrzej Fober