TECHNISCHE INFORMATIONEN

Allgemeine Grundsätze

Die Orgel wird sowohl als liturgisches Instrument, Solo- und Begleitinstrument von Vokal- und Instrumentalensembles in Konzerten  – disponiert v.a. zum Spiel von Musik ab der Romantik (besonders der Deutschen) bis zur Gegenwart  – und gleichzeitig als didaktisches Instrument dienen.

Klangästhetik

Die grundlegende Struktur des Instruments hat seine Genese in der Gedankenwelt des Orgelbaumeisters Eberhard Friedrich Walcker zur Hälfte des XIX. Jh. unter besonderer Berücksichtigung seiner Instrumente in Schramberg (op. 46, Bj. 1844), Hoffenheim (op. 62, Bj. 1846) und Neuhausen (op. 120, Bj. 1854). Die stilistische Klangidee wurde dezent um Lösungen erweitert, die von angelsächsischen Orgelbaumeistern inspiriert sind: ein Solo-Werk, Extension und Transmission.

Gestimmt wird a1 auf 432 Hz oder 435 Hz bei 18°C und gleichmässig temperierter Stimmung.

Konstruktion und Mensur der Orgelpfeifen

Die Mensur und Geometrie der Orgelpfeifen sowie deren spätere Intonation werden ihre Genese im oben beschriebenen Referenzbereich haben, wobei sowohl hinsichtlich deren Berechnung als auch deren Funktion die Orgelbaumeister den Messergebnissen unterliegen, die zuvor der Ausführende in Messungen der Akustik in der Kirche ermittelt hat. Die Orgelpfeifen müssen einen massiven Klang, warm und ohne Schärfe, bei gleichzeitiger Angepassung des Volumens des grossen Klangapparates an den sehr kleinen Rauminhalt der Kirche gewährleisten.
Der Ausführende erarbeitet einen Druck-Blasebalg, der sowohl differenziert im Hinblick auf die gesamte Orgel (einzelne Werke) als auch im Hinblick auf die Sektionen (einzelne Stimmgruppen).
Die Baustoffe für die Orgelpfeifen einzelner Register werden entsprechend der in den Referenzinstrumenten verwendeten ausgewählt und müssen den charakteristischen Klang, der dem bevorzugten Stil der Orgel angemessen ist, gewährleisten.

Spieltisch

Die Orgel wird über einen stationären Spieltisch verfügen, der in der Weise vor dem Orgelgehäuse aufzustellen ist, dass der Spieler zum Altar gerichtet sitzt. Die Architektonik des Spieltisches hat in höchstem Maße die in den Referenzen genannten originalen Spieltische der Firma Walcker widerzuspiegeln.
Die Ganzton-Tasten der Klaviaturen der Manuale erhalten ein Knochen-Furnier und die Halbtontasten eines aus Ebenholz. Die Pedal-Klaviatur wird flach mit gleichmässiger Anordnung der Tasten aus Eiche angefertigt; cis0 des Pedals ist unter dem cis 1 der Manual-Tastatur anzuordnen; die Klaviatur der Manuale umfasst C-c4, die Pedal-Klaviatur: C-g1.
Die Manubrien werden als Züge in terrassenartiger Anordnung auf beiden Seiten des Manuals ausgeführt und mit einer Porzellan-Verblendung unter Aufschrift ihrer Ordnungsnummer, des Namens der Stimme, der Angabe der Fußtonzahl und – in den dies betreffenden Fällen – mit der Chorzahl beschriftet.

Elektronik

Das Instrument muss mit Setzern ausgestattet sein, die mind. 100.000 Kombinationen erlauben und über die Lese-, Schreib-, Lösch- und Kopierfunktion der Kombination von Registern verfügen. Diese Funktionen werden auf mobilen Datenträgern in Form von Disketten (USB-Stick) abgelegt. Die Software wird in einer ausziehbaren Schublade verdeckt. Die Orgelbaufirma verpflichtet sich zur kostenlosen Bereitstellung von Aktualisierungen hinsichtlich der Programmierung. Der Spieltisch wird mit eingebauter MIDI-Technik ausgestattet, die die Speicherung des Spiels und deren Abspielen sowie anderer im Format .mid oder .midi gespeicherter Daten erlaubt. Es sind auch klassische MIDI Ein- und Ausgänge erforderlich sowie eine USB-Schnittstelle, die neben der Speicherung auf externen Festplatten ebenso das Abspielen von denselben ermöglicht.

Spielhilfen

Die Pedal-Klaviatur ist im Bereich G-g programmierbar und ebenso ein Teil der die Bässe bedienenden Stimmen des Pedalwerks und ein Teil der den Diskant bedienenden Paarungen [beim Anschalten des jeweiligen Bereiches erfolgt eine automatische Kopplung zur elektrischen Traktur des Pedals].
Alle Manuale sind mit Sostenuto ausgestattet.
Crescendo mit vier programmierbaren, walzengesteuerten Verläufen.
Kippbare Fußschalter für die Jalousien des II. und III. Manuals sowie den Windschweller und die Klarinetten-Stimme. Die Crescendo-Walze ist zentral angeordnet und rechts davon die oben erwähnten Fuß-Kippschalter.

Zusätzliche Informationen

Notenständer aus Holz, stilistisch an den Orgelschrank angepasst oder aus Plexiglas.

Es ist eine angemessene Beleuchtung sowie eine höhenverstellbare Orgelbank mit einer Anzeige der eingestellten Höhe erforderlich.
Die An-Aus-Kippschalter müssen in der “An”-Stellung leuchten.
Schalter, die die gleichen Funktionen bedienen, haben miteinander gekoppelt zu sein.
Alle Beschriftungen des Kontuars sind auf Deutsch zu verfassen.

Traktur

In der Orgel wird eine mechanische Traktur für die Werke des I. und II. Manuals und des Pedalwerks und außerdem eine elektrische für das Werk des III. Manuals verwendet. Die mechanische Traktur wird mittels der elektrischen in hierfür notwendigen Fällen verdoppelt.
Die Orgel wird mit elektrisch angetriebenen Gebläsen ausgestattet, die die Faltblasebälge versorgen.

Windlade

In dem Instrument werden mechanische Kegelladen montiert. Die Anordnung und Anzahl der Windladen wird von der Orgelbau-Firma in einer Weise vorgeschlagen, die eine optimale Projektion der Töne der einzelnen Orgelwerke erreicht wobei gleichzeitig vorausgesetzt wird, dass das III. Werk des Manuals im alten Kantorasraum untergebracht ist.
Windladen, auf denen Lingualpfeifen stehen, werden mit “An”-Schaltknöpfen ausgestattet, sodass sie von nur einer Person gestimmt werden können.

Schwellwerke

Die Konstruktion der Schwellwerke muss ein optimales Abdämpfen der Lautstärke des Werkes bei geschlossenen Jalousien gewährleisten. Die Jalousien der Schwellwerke werden mechanisch gesteuert und mit horizontalen, kollektiv kippbaren Lamellen versehen.
Das im ehemaligen Kantorat untergebrachte III. Manual wird mit zwei Jalousie-Wänden verkleidet.

ARBEITSABSCHNITTE

  1. Technische Planung und Auszeichnung
  2. Bau und Installation des Gehäuses bzw. der Prospektfront ohne Prospektpfeifen
  3. Bau und Installation – von Windlade, Pfeifenwerk und Windversorgung Manual III / – der Schwellwand Manual III
  4. Bau und Installation – von Spieltisch und mechanischer Trakturabgang / – der Windanlage für I/II/P / – der Traktur inkl. Wellenbrett Manual I
  5. Bau und Installation von Windlade und Pfeifenwerk Manual I
  6. Bau und Installation – von Windlade und Pfeifenwerk Manual II / – der Traktur inkl. Wellenbrett Manual II / – des Schwellkastens zu Manual II
  7. Bau und Installation – von Windlade und Pfeifenwerk Pedal / – der Traktur inkl. Wellenbrett Pedal
  8. Bau und Installation der Prospektpfeifen