Sonntag Oculi

Wochenspruch
Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lk 9,62)

Wochenlied
EG 391 – Jesu, geh voran

AT-Lesung – 1. Kön 19,1–8
1 Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. 2 Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! 3 Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort. 4 Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Ginster und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.
5 Und er legte sich hin und schlief unter dem Ginster. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! 6 Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. 7 Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. 8 Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

Epistel – Eph 5,1–9
1 So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder 2 und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört, 4 auch nicht von schändlichem Tun und von närrischem oder losem Reden, was sich nicht ziemt, sondern vielmehr von Danksagung. 5 Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. 6 Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen. 8 Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Evangelium – Lk 9,57–62
57 Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. 58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
59 Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. 60 Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes!
61 Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. 62 Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Gebet
Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
Du rufst uns, aber wir sind unsicher.
Du rufst uns, aber wir fürchten uns.

Ungewissheit und Angst erfüllen unsere Gedanken.
Wir sind in Sorge.
Wir sorgen uns um unsere Lieben.
Wir vertrauen sie deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir vertrauen uns deiner Fürsorge an.
Behüte uns und bewahre uns.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison

Krankheit bedroht die Schwachen.
Wir sind hilflos.
Wir wissen, dass wir sie nicht schützen können.
Wir vertrauen die Kranken deiner Fürsorge an.
Behüte und bewahre sie.
Wir bitten für die Sterbenden –
in unserer Nähe und in aller Welt.
Behüte sie und erbarme dich.
Wir danken dir für alle,
die in Krankenhäusern, Laboren und Ämtern arbeiten
und sich um das Wohl aller mühen.
Behüte und leite sie und erbarme dich.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison

Der Krieg in Syrien endet nicht.
Wir hören von den Flüchtlingen,
Sie wollen der Gewalt entkommen.
Behüte und bewahre sie.
Wir hören von den Kindern in Lagern und auf der Flucht.
Sie werden für fremde Machtinteressen benutzt.
Wir wissen, dass unser Mitleid nicht genügt.
Behüte und bewahre sie.
Wir hoffen auf das Ende der Gewalt.
Leite die Mächtigen.
Kyrie eleison – Christe eleison – Kyrie eleison

Du Gott des Lebens, Jesus Christus,
du rufst uns und wir wollen dir nachfolgen.
Hilf deiner Gemeinde,
mache ihren Mut größer als ihre Furcht,
tröste sie in Angst,
begeistere sie,
erfülle sie mit Liebe
damit sie deine Liebe weitergibt.
Du rufst uns und wir danken dir
für den Mut, für den Trost und für deine Liebe.
Heute und alle Tage.
Amen.