Ankündigungen 13.03.2020

Liebe Mitglieder und Freunde der St. Christophori-Gemeinde!

Schwermütig möchte ich Sie darüber informieren, dass am kommenden Wochenende keine Gottesdienste in unserer Gemeinde stattfinden. Die Lage ist wirklich ernst. Die polnische Regierung hatte gestern den epidemiologischer Notfall erklärt und allen Bürgern und Bewohnern des Landes empfohlen zu Hause zu bleiben.

Die Krankheit ist lebensgefährlich. Der Feind ist klar definiert aber unsichtbar. Wir wissen heute ganz genau was zu tun ist, um die Krankheit zu bremsen. Deswegen müssen wir uns alle weise und ruhig benehmen. Niemand ist heute klug genug zu sagen, was kommen wird. Wir wissen nur, dass der Peak in China vielleicht schon überschritten ist, also Europa und Polen haben noch mindestens 3-4 Wochen dahin.

Ich bitte Sie höflich meine Entscheidung zu akzeptieren und wenn nicht nötig, zu Hause zu bleiben. Ältere Mitglieder der Familie wird Schwester Lidia auch nicht mehr besuchen, aber wir bleiben mit Ihnen in telefonischen Kontakt.

Es kann sein, dass wir mehr als einen Monat keine Gottesdienste haben werden. Ich habe bereits gestern unseren Bischof Waldemar Pytel gebeten die Gemeindeversammlung und die Neuwahlen in der Gemeinde vom 22.3.2020 zu verschieben. Der alte Rat der Gemeinde arbeitet also weiter.

Das alles müssen wir in der Fastenzeit erleben, die uns eigentlich auf die Passionszeit vorbereiten soll. In der Geschichte der Christenheit ist es aber nichts Neues, dass Kirchen geschlossen bleiben müssen. Wir tun es heute nicht, weil wir unseren Glauben verwerfen sollen, sondern wir möchten uns vor der Krankheit schützen. Wenn eine Person krank ist, geht sie ins Krankenhaus und niemand ist auf den Kranken böse, sondern wir wünschen ihm/ihr baldige Verbesserung. Wenn mehrere erkranken und die Zahl steigt, muss das öffentliche Leben womöglich begrenzt werden.

Auch wir Evangelische, unsere Vorfahren im Glauben, hatten in der Vergangenheit nicht immer die Möglichkeit die Kirchen zu besuchen, weil sie vor uns geschlossen oder uns weggenommen waren. Unsere Frömmigkeit hat aber einen Hausgottesdienst dazu geliefert mit zahlreichen Sammlungen der Predigten dazu. Als wir mit meinen Geschwistern noch Kinder waren, mussten wir immer noch am Sonntagabend eine Predigt aus einer Postille in der Anwesenheit der Eltern laut lesen, bevor es weiter mit der neuen Folge mit James Bond ging.

Vielleicht ist die Passionszeit 2020 eine Möglichkeit sich dieses Erbes zu erinnern und eine gesegnete Tradition aufzufrischen. So werden wir uns an den kommenden Sonntagen nicht sehen, aber doch eine Gemeinschaft halten wenn wir alle um 10.00 Uhr einen Hausgottesdienst oder Stundengebet feiern.

Man kann auch fragen: wenn es so ist, dann brauchen wir unsere Gemeinde in der Form, wie es bisher war, nicht mehr und wir machen so weiter. Natürlich wir brauchen sie! Wir alle haben uns eines Tages in unserer Kirche, in unserer Gemeinde getroffen und seitdem bilden wir diese einmalige Gemeinschaft der St. Christophori. Vielleicht in der Zeit, in der die Glocken, die Orgel, die Gemeinde in der Kirche schweigen, lernen wir erneut kennen, was uns diese Gemeinde und Gemeinschaft bedeuten, die wir manchmal so leichtsinnig kritisieren, schwächen oder verwerfen.

Die Gemeinde lebt und wird leben, weil Jesus lebt und mit uns geht, wenn wir auf sein Wort achten. Er sagt: „In der Welt habt ihr Angst, aber sei getrost, ich aber habe die Welt überwunden“(Johannes 16,33). Wenn die St. Christophori jetzt vorläufig schweigt, dann sollen unser Häuser laut vom Gebet und Gesang sein!

Am kommenden Sonntag, dem 15.03.2020, wird die Suppe für die Obdachlosen doch verteilt, aber nur zum Mitnehmen. Ich habe es zugelassen aber nur unter ganz strengen Bedingungen. Frau Jolanta Waschke braucht Glasstöpfe mit Verschluss oder Deckel (bis 1 Liter groß). Bitte kontaktieren Sie mich oder Frau Waschke wann Sie die Töpfe liefern wollen. Frau Waschke hat schon Leute, die die Suppe verteilen werden. Möchten Sie irgendwie helfen, bitte rufen Sie uns an. Bitte kommen Sie nicht in die Kirche nur um zu fragen: was kann ich helfen? Diesmal stellen Sie bitte Ihre Fragen per Telefon oder E-Mail.

Ich bitte Sie alle um Gebete für uns, für die Kirche, für die Ärzte und alle Menschen in der ganzen Welt, die durch die Krankheit so oder so betroffen sind.

Im Gebet mit Ihnen tief verbunden grüße ich Sie und segne Sie von Herzen

Ihr
Pfr. Andrzej Fober,
Probst