9. Sonntag nach Trinitatis – Predigt

Matthäus 7,24-27

Liebe Gemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder!

Als ich die Predigt am Freitag schrieb donnerte und regnete es. Auch die Nacht war durch mehrere Blitze erhellt. Das rasch wechselnde Wetter, Wirbelstürme, Platzregen und Gewitter begleiten uns in ganz Europa häufig in diesem Sommer. Wenn so ein Wetter kommt, sind wir nicht in der Lage etwas dagegen zu tun. Wir dürfen nur warten bis es vorüber geht. Die Natur, durch unsere menschliche Tätigkeit ganz sicher teilweise beeinflusst, zeigt sich in diesem Fall als unabhängig von dem, was wir dagegen tun können. Die Macht der Natur, das Donnern und die Blitze sind vor allem in der Nacht gewaltig. Manche Propheten im Alten Testament, auch Mose, als er auf den Berg Gottes stieg, erlebten Gottes Macht und Nähe im Donnern und Blitzen. Ich denke es ist nicht falsch, wenn wir uns die Macht Gottes auch so vorzustellen versuchen: Wie ein Blitz, von einer Ecke des Himmels zu der anderen, als Donnern, dessen Klang, wenn der Blitz in der Nähe einschlägt, uns einfach erschreckt! Jedoch redet Gott zu uns nicht nur durch die Ereignisse in der Natur. Er spricht grundsätzlich zu uns ein mildes Wort, das treffend mit Honig verglichen wurde. Er spricht mit uns freundlich durch seinen Sohn Jesus Christus, dessen Wort das Evangelium genannt wurde. Evangelium bedeutet schon in der Antike die Gute Nachricht. Das Evangelion war ursprünglich eine Belohnung für den, der eine gute Nachricht gebracht hat. Jesus bringt uns eine Gute Nachricht aber möchte dadurch nicht belohnt werden. Es ist seine göttliche Natur den Menschen guteWorte zu sagen. Er redet nicht das was er will, sonder seine Worte waren, sind auch die Worte des Vaters. Sein Wort gleicht dem Wort des Vaters, deswegen ist sein Wort heilig. So nennen wir auch dieses Buch, wo diese Worte aufbewahrt wurden die Heilige Schrift. So begegnet uns heute die Gute Nachricht nach dem Evangelium des Matthäus. Die Überschrift heißt: Vom Hausbau! Natürlich finden wir in diesen heiligen Worten Jesu keine direkte Planung wie man ein Haus bauen soll. Mit dem Wort „Haus” ist eigentlich kein wirkliches Haus gemeint. Was Jesus uns sagen möchte vergleicht er nur mit dem Bau eines Hauses. Eher versteht Jesus unter diesem Wort unser Leben, unsere Familien, sicher eine Gemeinde, die ganze christliche Kirche in der Welt – auch wenn sie noch geteilt ist. Wenn also ein Haus ein solides Fundament haben soll, um bestehen zu können, so gilt das auch für unser Leben, unsere Familien, die ganze Christenheit. Diese Bereiche, wo sich unser Leben abspielt, sind ab und zu durch Unwetter bedroht, d.h.: Krankheit, Unfall, Verrat, Hass, Neid, falsche Rede, Verleumdung usw. Zu Recht vergleicht Jesus diese mit einem Gewitter, weil sie uns unerwartet und plötzlich angreifen. In der vergangen Woche hatte uns, Pastoren unserer Diözese eine traurige Nachricht erreicht, dass einer von uns krebskrank ist. Die Krankheit, scheinbar vor einem Jahr geheilt, hat zurückgeschlagen. Es ist eine kleine Hoffnung auf das Überleben des jungen Mannes oder nur ein Wunder kann etwas ändern. Ihm, nach menschlicher Erkenntnis, sind nur ein paar Monate übrig geblieben. Wir dürfen nur beten und sagen: Dein Wille geschehen. Sind wir auf solche Zugriffe in unserem Leben vorbereitet, so wie ein Haus gut für das Gewitter vorbereitet sein soll durch einen soliden Bau. Auf was setzen wir unsere Hoffnung im Leben, wenn es gut oder schlecht geht? Was ist das Fundament unseres Lebens? Solche Fragen möchte Jesus uns stellen, oder besser gesagt, er möchte, dass wir uns diese Fragen stellen. Jesus sieht nur ein wahres Fundament des Lebens: Das Wort Gottes. Ich denke wir sind auch der Meinung, weil wir alle treu den Gottesdienst besuchen und das Wort hören möchten. Also das Wort hat für uns doch eine Bedeutung und Jesus möchte durch diese heutige Rede nichts anderes als unseren Glauben stärken. Wir dürfen heute, weil wir alle in unserem Leben schon Erfahrungen gemacht haben, wir haben viel erlebt (und durchlebt), Gott einfach danken, dass er den Glauben geschenkt hat und geholfen hat den Glauben bis hierher aufzubewahren. Dieser Glaube ist das Fundament unseres Lebens und unserer Gemeinde. Hätten Sie, liebe Schwestern und Brüdern, diesen Glauben nicht, würden wir nicht mehr da sein. Würden wir keinen Anlass haben die 750-Jahr-Feier unserer St. Christophori-Kirche zu feiern. Bitte verstehen Sie den heutigen Predigttext und meine bescheidene Predigt als eine Stärkung und Ermutigung dem Wort Gottes weiterhin zu vertrauen, an das Wort zu glauben. Er, Jesus, hatte dem Wort seines Vaters bis ans Ende geglaubt und hat sein Werk auf Erden vollbracht, mit dem er gesandt wurde. So sitzt er zur rechten Hand des Vaters im Himmel und wird uns eines Tages begegnen und sagen: Herzlich willkommen!

Amen

Pfr. Andrzej Fober
Propst

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