16. Sonntag nach Trinitatis

16.09.2018

Breslau, St. Christophori-Kirche, 10:00 Uhr, Abendmahlsgottesdienst
Liegnitz, Liebfrauenkirche, 13:00 Uhr, Abendmahlsgottesdienst

EG – Evangelisches Gesangbuch
GG – Gemeinde-Gebetbuch

Ordinarium GG Zyklus B

Eingangslied EG 365:1-5 Von Gott will ich nicht lassen
Predigtlied EG 414 Laß mich, o Herr, in allen Dingen
Nach Predigt EG 365:6-8  Auch wenn die Welt vergehet
Lied (Beichte) EG 219  Herr Jesu Christ, du höchstes Gut
Schlusslied EG 157 Laß mich dein sein und bleiben

Hymne GG Ich bete an die Macht der Liebe

Zelebrant:
Pfr. Andrzej Fober, Propst

Orgel:
Tomasz Kmita-Skarsgård, Musikdirektor u. Organist


Apostelgeschichte 12, 1-11

Liebe Gemeinde!
Liebe Schwestern und Brüder!

Diese Geschichte unseres heutigen Predigttextes, lässt uns viele Fragen stellen. Warum musste Jakobus sterben, wobei Petrus wunderbar gerettet wurde. So viele schöne Geschichten mit beiden Brüdern gibt es in den Evangelien zu finden, jetzt wird das Leben des einen grausam beendet

Der König Herodes legt seine Hand auf die junge Gemeinde. Er möchte die Anhänger des neuen Glaubens erschrecken, vielleicht auch erreichen, dass sie zweifeln und den Glauben verwerfen.

Die Entscheidung fiel zuerst auf diesen Jakobus. Er wurde als erster von den Aposteln ermordet. Er gehörte zu den ersten Jüngern Jesu und wir finden ihn als die Tochter von Jairus aus dem Tod erweckt wurde, er war bei der Verklärung auf dem Berg Tabor und als Jesus im Garten vor dem Tod betete. Er gehörte zu den Jüngern, die zu einer Spitze gehörten obwohl Jesus allen seinen Jüngern gesagt hat: „wer möchte unter euch der Erste sein, soll ein Diener sein”.

Die Tradition der Kirche glaubt, dass Jakobus nach dem Pfingstfest nach Spanien gegangen war, um dort das Evangelium zu predigen.

Genau wie mit der Kreuzigung Jesu, dachte der König Herodes, dass die Sache erledigt ist. Er, der nach der Erzählung in der Apostelgeschichte, nicht das Erschrecken der Christen gesehen hat, sondern die Begeisterung der Juden. Deswegen fuhr er fort und warf Petrus ins Gefängnis.

Jakobus ist enthauptet, Petrus im Gefängnis bewacht von 16 Wächtern. Alles in einer Stadt wo der Eingang mit einem eisernen Tor verschlossen war. Aus solcher Lage hätte auch James Bond fast keine Chance haben können in die Freiheit zu fliehen.

Aber egal wo sich das Böse ausbreitet oder stark macht, Gott vergisst die seinen nicht. Nicht das erste Mal in der Geschichte und sicher nicht das letzte Mal sendet er seinen Engel. Auch wenn Petrus zwischen zwei Soldaten schläft, mit zwei Ketten gefesselt ist, geht er in die Freiheit und das eiserne Tor macht sich selbst, sprich automatisch, auf.

Ich denke wir haben alles erzählt. Mehr ist in der Gesichte nicht zu finden. Oder???
Was macht aber die Gemeinde als sie erfahren hat, dass Petrus festgenommen wurde? Die Gemeinde betet ohne Aufhören für ihn zu Gott. Ein wunderbares Bild.

Eine betende Gemeinde betet für seinen Hirten, also auch für sich selbst. Jeden Sonntag beten wir für alle Gemeinden die wir kennen und die wir nicht kennen. Wir beten für die kleine deutsche evangelische Gemeinde in Warszawa. Wir beten auch für Euch in Niesky und hoffen sie beten auch für uns.

Sehen wir auch die Ergebnisse des Gebets? So etwas Spektakuläres wie in der Geschichte heute vielleicht nicht, aber wenn wir uns genauer umschauen finden wir vielleicht etwas, das wir ein Wunder nennen werden, ein Ergebnis des Gebets.

Jesus hat uns eingeladen zum Gebet und uns versichert, dass kein Gebet vergessen wird, auch wenn wir oft nicht das bekommen, was wir uns im Gebet wünschen. Gott muss es uns auch nicht erklären, warum es so ist.

Gott ist nicht eine Wunschbox, wo man eigene, meistens subjektive Wünsche, Erwartungen ablegen kann und auf die Verwirklichung mit den Händen in der Tasche erwartet.

Wenn wir beten, dann sollen wir nicht vergessen, dass wir mit Gott sprechen, der Himmel und Erde gemacht hat. Loben, Preisen, Preisen und Loben ist unser Auftrag.

Petrus geht in die Freiheit und predigt das Evangelium weiter. Was wurde mit Jakobus. Er wurde begraben und seine Knochen lagen lange Jahre an einem Ort, wo sie vielleicht von Generation zu Generation heimlich aufbewahrt wurde.

Im siebtem Jahrhundert wurden die Knochen nach Spanien übertragen, wo er auch vermutlich war, und ruhen in der Stadt, die heute Santiago de Compostela heißt. Dort pilgern Menschen, nicht nur Christen, aus der gazen Welt manchmal wochenlang und beten. Beten so wie die Gemeinde für Petrus damals.

Viel Menschen kommen erneuert nach Hause. Wunder passieren. Es gibt verschiedene Wunder, aber eines von den größten ist dann zu sehen, wenn der Mensch auf dem falschen Weg umkehrt. Die Erneuerung des Herzens ist auch für den Heiligen Geist eine Herausforderung, aber Gott sei Dank ist er nie müde und stärkt uns immer wenn wir beten. Betet, wie die Gemeinde für Petrus, ohne aufzuhören, heute würde man sagen: regelmäßig.

Amen!