Montagskonzerte

Gerhard Zeggert in memoriam

GESCHICHTE

Zu den herausragenden Leistungen Gerhard Zeggerts gehört die Initiierung und Durchführung der sog. Montagskonzerte, die regelmäßig – über einen langen Zeitraum hinweg wöchentlich – in der Kirche St. Maria Magdalena und später ebenso in der St. Christophori-Kirche stattfanden. Aus heutiger Perspektive ist die Realisierung dieses Wirkens kaum zu glauben. Unter Gemeindegegebenheiten organisierte Zeggert in den Jahren von 1923 bis 1945 mehr als 400 Konzerte, in denen Musik aller Epochen vornehmlich deutscher, aber auch italienischer und englischer/britischer? Komponisten aufgeführt wurde. Es handelte sich um das Vorspiel solistischer, instrumentaler Kammermusik mit Orgelbegleitung und ebenso Vokal- bzw. Vokal- und Instrumentalmusik. Die Ausführenden waren vom Kantor geladene Solisten: Vokalisten und Instrumentalisten (Violine, Violoncello, Laute) sowie – v.a. ortsansässige kirchliche – Chöre. Zeggert trat dabei als Solist und Dirigent auf. Wie uns die erhalten gebliebenen Plakate überliefern, war der Eintritt zu allen Konzerten kostenfrei; die Programme und andere Publikationen, z.B. die beiden der Kirchengemeinde zugehörigen Orgeln betreffend, hingegen wurden verkauft und es wurde um Spenden gebeten. Diese Einkünfte dienten dem Erhalt und Ausbau der Instrumente der Gemeinde sowie der Kostendeckung von Heizung und Beleuchtung.

REPERTUAR

Bezüglich des Repertoires der Konzerte sind bestimmte Konzepte zu bemerken. Die erste Gruppe bilden monographische Konzerte, die einem Komponisten oder einer ausgewählten Art von Werken gewidmet ist; des Weiteren kann der Vortrag von Musikstücken basierend auf der Literatur für ein Soloinstrument oder Gesang mit Orgelbegleitung identifiziert werden. Außerdem wurden programmatische Konzerte durchgeführt, wie z.B. Die Frau im Neuen Testament oder auch Das Lied in der evgl. Kirchenmusik. Die vierte Gruppe stellen Konzerte gemischten Programms dar, die nicht einem spezifischen Grundgedanken folgen. Nichtsdestotrotz nannte sich der gesamte montägliche Zyklus Orgelkonzerte und die gänzlich der solistischen Orgelmusik gewidmeten Präsentationen stellen de facto eine unbedeutende Ausnahme von der Regel dar. Unter den Schöpfern der dargebotenen Literatur sind bestimmte Namen ungewöhnlich häufig auszumachen. Zum einen sind dies Komponisten des Barock – Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Heinrich Schütz, Dietrich Buxtehude – zum anderen Autoren des Zeitraumes kurz vor Zeggert oder sogar seine Zeitgenossen: Felix Mendelssohn, Franz Liszt, Johannes Brahms, Max Reger, Heinrich Kaminski. Dies zeugt sowohl von für den Zuhörer interessanten, attraktiven und abwechslungsreichen Spielplänen, als auch vom hohen musikalischen Selbstverständnis der Künstler, welches zur stilvollen Ausführung solch vielfältiger Musik notwendig ist.

FORSCHUNG UND WIEDERBELEBUNG

Der Zyklus der Montagskonzerte wurde von Joanna Subel und Tomasz Kmita-Skarsgård untersucht und – soweit möglich – katalogisiert. Es ist gesichert, dass er um den Monatswechsel Oktober-November 1923 herum initiiert wurde. Leider gelang es bis heute weder, eine Quelle bzgl. des Datums des ersten, noch zum Repertoire und den Künstlern der folgenden 37 Konzerte auszumachen. Die diesbezügliche Forschung erfordert noch genauere bibliothekarische Recherche, die gegenwärtig nur noch auf der Durchsicht durch die Breslauer Presse (kirchlicher, spezialisierter und städtischer) beruhen kann. Nicht alle Konzerte, v.a. die ersten des Zyklus, weil damals noch ohne Renommee, wurden rezensiert; dies könnte zur Folge haben, dass wir hierzu nie weiterführende Informationen erhalten können.

Im Jahre 2013 entstand die Idee, zur Gewohnheit der Montagskonzerte zurückzukehren, die z.Zt. in monatlichem Zyklus organisiert sind. Die Numerierung der Zeggertschen Aufführungen beibehaltend, fand am 21.10.2013 anlässlich seines 117. Geburtstages das erste Nachkriegskonzert in der Kirche St. Maria Magdalena, gegenwärtig Kathedrale der röm.-kath. Kirche, und am 28.10.2013 das zweite Inaugurations-Konzert, jetzt in der St. Christophori-Kirche unter Anwesenheit von Ute Kopf-Zeggert, der Tochter des verstorbenen Kantors, und seiner Enkelin Brita Maria Kopf am Cello statt.

DAS KOMMENDE MONTAGSKONZERT

nr 460

WANN?

TBA

WO?

St. Christophori-Kirche
Plac Św. Krzysztofa 1
Wrocław

WER?

TBA

WAS?

TBA

VERGANGENE KONZERTE