Der Gottesdienst der neun Lesungen und Weihnachtslieder

ÜBER DEN GOTTESDIENST

Diese aus England stammende Gottesdienstform ist dem kontemplativen Gedenken der Geburt unseres Herrn im Zusammenhang mit der Schöpfung und Erlösung der Welt gewidmet. Ausgewählte Lesungen der Heiligen Schrift führen uns – so die Worte des Eingangsgebetes – “von den ersten Tagen unseres Ungehorsams bis hin zum Ruhm unseres Heilands”. Während der liturgischen Feier, die alljährlich am ersten Freitag im Januar in der Gustav-Adolf- Gedächtniskirche gefeiert wird, singt der Chor Medici Cantantes der Medizinischen Universität Breslau unter der Leitung von Magdalena Lipska.

Im Jahr 1880 initiierte E.W. Benson, der Bischof von Truro/England, am 24. Dezember eines jeden Jahres das Festival of Nine Lessons and Carols. Er stützte sich dabei auf die Liturgie mittelalterlicher Gottesdienste, die in seiner Kathedrale während der Christmette gefeiert wurden. 1918 wurde diese Liturgie der Nutzung in der Kapelle des King’s College in Cambridge von dessen damaligen Dekan Pfr. Eric Milner-White angepasst, dessen Eingangsgebet zur Zeremonie bis heute gelesen wird. Den Segen nach dem Vaterunser fügte er erst 1930 ein.

Der Gottesdienst erfreute sich weltweit nicht nur in der Anglikanischen Kirche, sondern auch in lutherischen und römisch-katholischen Gemeinden zunehmender Beliebtheit. Auch wir entschlossen uns, in der Weihnachtszeit in dieser besonderen Form zu beten. Jedoch im Unterschied zum Original beschließen wir mit diesem Gottesdienst jedes Jahr in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche die Weihnachtszeit, die mit dem Sonntag Epiphanias – Fest der Taufe des Herrn – endet.